Um 4:30 bin ich freiwillig am Samstagmorgen aufgestanden um mit Ariel zum größten Fischmarkt der Welt zu fahren. Als wir aus der U-Bahn kamen roch es schon nach Meerestier und erste Menschen mit Gummistiefeln hasteten die Rolltreppen hoch.
Bei der Gelegenheit darf man sich U-Bahnstationen in Tokyo morgens um halb fünf so vorstellen wie abends um halb zwölf - rammelvoll! Das ist hier rushhour, in der sehr viele sehr fleissige Menschen - die Privatleben nicht mal aus dem Kino kennen - zur Arbeit fahren oder von der Arbeit kommen wenn sie noch können.
Aber zurück zum Fischmarkt: Die Thunfischauktion auf die wir es abgesehen hatten war schon wegen Überfüllung geschlossen, also sind wir so über den Markt ausgewichen. Das Wort passt doppelt, denn wären wir nicht permanent ausgewichen, lägen wir zigfach überfahren zwischen Fischen.
Die Fischmobile erinnern an falsch zusammengebaute Vespas - bischen wie die Autos, die sollten mal Italiener an die Zeichentische lassen:
Für Dich Jan habe ich einen der zahlreichen Messerstände fotografiert. Die armen Kerle waren unablässig dabei Klingen über Steine zu ziehen, jetzt weiß ich warum die Messer so scharf und teuer sind.
Und Fisch gabs natürlich auch auf dem Fischmarkt. Ich habe meinen ersten Thunfisch in nicht konservierter oder auf Reis drappierter Form gesehen. Im Meer hätte ich Angst vor dem!
Das ist jetzt nichts für zarte Gemüter oder Thunfischemotionale, aber so siehts kurze Zeit später an dem Stand aus
Für alle Gourmets, Meeresbiologen oder Derma-Pocket Leser (Hallo Katrin :-) habe ich mal eine Auswahl diverser Ungeheuer zusammengeschnitten:
Abends habe ich mich erstmals nach der Einführungswoche mal wieder mit meinen deutschen Kollegen Tobias, Michael und Andi getroffen. Wir sind durch Ueno gezogen - das ist bei mir um die Ecke - und haben in einer tollen Bar frischen Fisch gegrillt. Man will erst schon Eintritt für ein Aquarium zahlen, merkt dann aber dass man alles essen kann was dort schwimmt. Wir haben uns dann für einen Squid (Thintenfisch - sehr lecker), Thunfisch Hoho (wir wissen nicht was Hoho heisst - war ok) giant shrimp (auch super, sehr nussig) und Andi für Kartoffeln mit Tomaten entschieden (er mag keinen Fisch und hat dazu noch Angst vor Cäsium). Es ging mir übrigens besser als es auf dem zweiten Bild wirkt, ich bin bei Selbstportraits noch etwas verkrampft.
Hier in Japan mag ich sogar Salat!
Unter einer hauchdünnen Schicht Gemüse, die sich unkompliziert einatmen lässt verstecken sich erstklassige Tintenfischchen...
Nach dem Grillrestaurant sind wir dann durch die Strassen gezogen und haben uns aus einer Bar nach der Anderen rauswerfen lassen. Wir haben uns völlig untadelig benommen, viele Bars machen hier aber um 23:00 zu. Und mit 23:00 meinen die Dreiundzwanzig Uhr! Um 22:55 kommt ein freundlicher Hinweis (1 Verbeugung), um 23:00 eine noch freundlichere (2 Verbeugungen) um 23:02 eine verzweifelte (Kopf kommt kaum noch hoch) und um 23:05 eine mittelschwere Krise (Uhrzeit wird auf Papier geschrieben dass dann hektisch am Tisch herumgezeigt wird).
Als Deutsche können wir Bier ja schnell trinken, also haben wir das mehrfach getan.
Auf den folgenden Bildern seht ihr Takahashi-san:
Er freute sich mit einer Gruppe draussen sitzender Japaner panisch über unser Erscheinen. Wir haben und dazugesetzt und gemeinsam Sake getrunken. Man ist hier ja das ungewohnte gewohnt, daher habe ich erst nach einer Weile nach der Symbolik seiner Tigermaske gefragt. Nach einer halben Stunde war klar: Er wird 30 und der Tiger ist eine berühmte Manga-Figur!
Das befriedigt kausal nicht ganz, aber reichte um weiteren Sake darauf zu trinken. Manchmal ist Takahashi-san vom Stuhl gefallen und ich habe ihn wieder hochgezogen - das kam sehr gut an. Wie gesagt, Höflichkeit zahlt sich hier aus!
Auf dem Heimweg habe ich noch Bilder von den nächtlichen Strassen gemacht:
Nach meinem Vortrag hier an der Todai gestern Nachmittag waren wir noch mit meinen Chefs essen und trinken: Rechts im Hintergrund sitzt Nishiyama-sensei, der Institutsleiter, vorne links Kuzuyama-sensei, zweiter Professor im Institut, und vorne rechts Yoshida-san, meine ausgezeichnete Betreuerin im Labor.
Von dem Tigerkult zum 30. wusste von meinen Kollegen übrigens keiner, ich glaube die fragen sich jetzt wo ich mich Nachts so rumtreibe... Vor uns stehen Sake-Gläser, die ich auch nochmal großformatiger zeige. Man sieht hoffentlich, dass die Gläser randvoll sind, und in einer Wanne stehen, in die das Glas überläuft. Der Kellner giesst so lange, bis die Wanne fast voll ist.
Schöner kann man Großzügigkeit gegenüber Gästen kaum ausdrücken :-)
So, das wars vorerst aus Tokyo, morgen fliege ich nach Sapporo im Norden Japans (Hokkaido), da gibts dann neue Fotos!
Dienstag, 3. Juli 2012
Freitag, 29. Juni 2012
Ich leite das Wochenende mit irritierend zusammenhangslosen
Bildern ein. Wenn man etwas getrunken hat merkt man das sicher weniger, ich
empfehle das also ausdrücklich an dieser Stelle!
Im letzten Post habe ich ein Bild versprochen das gar nicht aufgetaucht ist, jetzt tut‘s das!
Die letzte Woche habe ich zwar nachts mit Feiern verbracht, war aber am Tag ziemlich fleißig. Mein Körper hat auf diesen Widerspruch auch dreist hingewiesen und mir massive Kopfschmerzen mit Nebenwirkungen beschert. Trinken, Ibu und Liegestützen haben nichts gebracht, aber nachdem ich eher beiläufig meine erste Tafel Schokolade in Japan verzehrt hatte waren sie schlagartig weg! Kann man unterzuckern bei geographisch bedingter Ernährungsumstellung?
Eigentlich wollte ich aber Bilder von der Arbeit zeigen:
Vor 2 Stunden war ich mal wieder Laufen. Es war schon dunkel, ich bin ja nicht blöd! Und zusätzlich habe ich Meguro-san aus dem Labor mitgenommen, die mir den Weg zum bekannten track um den imperial palace gezeigt hat. Ich war letztes Mal gar nicht so falsch, aber die Hochhäuser versperren sehr effektiv die Sicht.
Die JSPS hat uns noch Bilder von der Einführungswoche geschickt, die den chaotischen Haufen mal ganz seriös sortiert zeigen. Die Deutschlandflagge war extra für das erste EM-Spiel angeschafft worden und gehört sonst nicht zum Repertoire der JSPS.
Die 5te Person von links war unsere Sprachlehrerin, die mit dem Level Zero Kurs erste Gehversuche unternommen hat. Wie erstaunlich leicht zu erkennen und noch viel leichter zu hören ist (Pegelmessung reicht) sind viele der Teilnehmer Amerikaner. Die Fingerübung gehört hier zum Foto wie der Fotograf, es tut mir leid...
Und zum Abschluss noch eine schöne Illustration meiner täglichen Herausforderungen im Labor. Da kann man das Wasser auch schonmal grillen...
Im letzten Post habe ich ein Bild versprochen das gar nicht aufgetaucht ist, jetzt tut‘s das!
Die letzte Woche habe ich zwar nachts mit Feiern verbracht, war aber am Tag ziemlich fleißig. Mein Körper hat auf diesen Widerspruch auch dreist hingewiesen und mir massive Kopfschmerzen mit Nebenwirkungen beschert. Trinken, Ibu und Liegestützen haben nichts gebracht, aber nachdem ich eher beiläufig meine erste Tafel Schokolade in Japan verzehrt hatte waren sie schlagartig weg! Kann man unterzuckern bei geographisch bedingter Ernährungsumstellung?
Eigentlich wollte ich aber Bilder von der Arbeit zeigen:
Vor 2 Stunden war ich mal wieder Laufen. Es war schon dunkel, ich bin ja nicht blöd! Und zusätzlich habe ich Meguro-san aus dem Labor mitgenommen, die mir den Weg zum bekannten track um den imperial palace gezeigt hat. Ich war letztes Mal gar nicht so falsch, aber die Hochhäuser versperren sehr effektiv die Sicht.
Die JSPS hat uns noch Bilder von der Einführungswoche geschickt, die den chaotischen Haufen mal ganz seriös sortiert zeigen. Die Deutschlandflagge war extra für das erste EM-Spiel angeschafft worden und gehört sonst nicht zum Repertoire der JSPS.
Die 5te Person von links war unsere Sprachlehrerin, die mit dem Level Zero Kurs erste Gehversuche unternommen hat. Wie erstaunlich leicht zu erkennen und noch viel leichter zu hören ist (Pegelmessung reicht) sind viele der Teilnehmer Amerikaner. Die Fingerübung gehört hier zum Foto wie der Fotograf, es tut mir leid...
Und zum Abschluss noch eine schöne Illustration meiner täglichen Herausforderungen im Labor. Da kann man das Wasser auch schonmal grillen...
Dienstag, 26. Juni 2012
Kombanwa zusammen! Nach dem Wochenende und zwei gefeierten Abenden in Folge sitze ich nun in meinem vernachlässigten Zimmer und "komme runter" wie man umgangssprachlich sagen würde. Beste Gelegenheit um von den vergangenen Tagen zu erzählen:
Donnerstag:
Ich möchte mich bei allen Seeigeln entschuldigen, sie schmecken doch! Mein Chef, Nishiyama-sensei hat mich und 3 Kollegen zu einem phantastischem Dinner eingeladen, dass zahlreiche Fische, Gemüse, Austern, Seeigel und Nudeln nicht überlebt haben. Die Seeigel sind pur einfach zu krass, auf Sojaträgersubstanz (das heißt sicher anders) sind die richtig gut. Die Austern (meine Ersten) haben einfach nach Meer geschmeckt - wirklich lecker, aber bei vegetarischer Einstellung ziemlich gleichwertig durch einen Schluck Pazifik zu ersetzen.
Freitag:
Convenience Stores sind klasse! Ich bin heute Nacht aufgewacht und fühlte mich etwas schwach. Also bin ich schnell vor die Tür, habe mich im 10m entfernten Convenience Store für die Udong-Nudeln mit Sojasauce, Ei und Majonaise entschieden und bin damit beglückt zurück aufs Zimmer. 15min später konnte ich deutlich zufriedener weiterschlafen. Das gibts bei uns nicht.
Samstag:
Im Wohnblock gibt es eine Waschmaschine samt Trockner, die mich mit einer Vollautomatik beeindruckt hat. Ein Knopf fürs Waschen, einer fürs Trocknen, schon hat man seine T-shirts gewaschen und trocken zurück - wohlgemerkt in der Größe XS. Gut dass ich alle weißen T-shirts gesammelt hatte, so konnte ich heute direkt einen Großeinkauf machen.
Die kompakten Shirts reichen noch knapp über meinen Bauchnabel, das ist auch in Japan bei Herren eher unüblich.
Nachmittags war ich in Ueno - ein Stadtteil von Tokyo - und habe versucht satt zu werden. Döner sind hier nicht halb so groß wie bei uns aber schmecken lecker, Obst ist größer und schmeckt klasse, macht aber nicht satt, Fisch hats dann wieder gerichtet. Die besten Stände vom Markt habe ich extra für Dich Nora zusammengefasst :-)

Ein paar Besonderheiten Japans sind mir auf der Tour auch noch aufgefallen:
1) Vending Machines: In albern kurzen Abständen stehen hier Automaten mit gekühlten und heißen Getränken (zum Teil in einem Fach). Das ist unheimlich praktisch, Jürgen Trittin würde sie aber sicher persönlich vernichten.
2) Spielhallen: Auch recht häufig kommt man an hektisch blinkenden Fassaden vorbei, aus denen wummernder Lärm dringt. Wenn man eintritt sitzen durchaus normale Menschen an tosenden Maschinen, die verzweifelt versuchen eine Großraumdiskothek in den Schatten zu stellen. Recht nüchtern wirken da noch die Trommelapparate, die umso rasanter Piepsen je engagierter man auf die Trommeln eindrischt.
3) Klimaanlagen: Die Hochhausfassade lässt erahnen, wie warm es hier im Hochsommer wird, Klimaanlagen gehören hier zur Standardausstattung jeder Wohnung.
Sonntag (nach dem Joggen):
Sonntagabend war ich mit Ariel, einem israelischen Architekten in Tokyo unterwegs und habe mir ein beeindruckendes Haus in Asakusa angesehen, dass sein Chef gerade gebaut hat. Susi, Bine, ihr wärt sicher begeistert, ich habe trotz der abendlichen Lichtverhältnisse versucht Fotos zu machen. Vom Dach hatte man einen tollen Blick auf die Kreuzung, die viele aus "Lost in Translation" kennen werden. Von dort aus konnte ich auch mal ein anständiges Bild von Skytree machen...
Danach waren wir sehr japanisch essen. Teuer wars, lecker aber auch, und eher unpassend für meine Beine.
Montag:
Montagabend hat mein team eine Welcome Party für mich geschmissen. Einmal mehr hatten wir sehr viel Spaß, Bier und Sake und ich fühl mich bestens aufgenommen. Ein Prof. aus der organischen Chemie kam auch noch mit sehr viel Sake dazu und - um mal mit Jürgen von der Lippe zu sprechen - wir haben leidenschaftlich über Kunstrasen diskutiert: Wir waren beide dafür und er hat sich mit den Worten verabschiedet:"Whenever you feel lonely, come to me, we drink together!" Die Gastfreundschaft hier ist tatsächlich kaum zu übertreffen.
Dienstag:
Baseball ist das hiesige Äquivalent zu Fußball. Viele Institute haben hier eine Mannschaft und ich wurde trotz deutlicher Verhinderungsartikulation in unsere aufgenommen. Zunächst wurde mein Verdacht bestätigt, dass meine Beine für den Comedycharakter meiner Joggingrunde verantwortlich waren. Kaum stand ich in Sporthose da, haben sich alle köstlich amüsiert - aber ich kann mittlerweile damit umgehen!
Den Ball zu fangen war möglich, wenn auch nicht elegant. Den Ball mit dem Schläger zu treffen war kompliziert. Beim Üben gings nicht, im Spiel habe ich mit viel Glück getroffen - und auch noch so krumm, dass keiner den eiernden Ball gefangen hat. Ich habe mich sehr gefreut und unter dem Beifall meines Teams dem Ball nachgeschaut - das waren schöne Sekunden. Unter den Beifall mischte sich dann immer mehr ein Laut, den mein Gehirn nach viel zu langer Zeit als "run" entzifferte. Man läuft bei diesem Spiel zu einer Markierung solange der Ball nicht gefangen wurde, das ist der Sinn des ganzen Rumgekloppes.
Mir war das bis dahin nicht so klar, aber ich bin trotzdem noch losgespurtet. Natürlich kam ich nicht mehr an, aber es war lustig und die Mädels haben nochmal Fotos von meinen Beinen gemacht wenn sie sich bewegen.
Bilder kommen nach, die sind nicht auf meiner Kamera.
Donnerstag:
Ich möchte mich bei allen Seeigeln entschuldigen, sie schmecken doch! Mein Chef, Nishiyama-sensei hat mich und 3 Kollegen zu einem phantastischem Dinner eingeladen, dass zahlreiche Fische, Gemüse, Austern, Seeigel und Nudeln nicht überlebt haben. Die Seeigel sind pur einfach zu krass, auf Sojaträgersubstanz (das heißt sicher anders) sind die richtig gut. Die Austern (meine Ersten) haben einfach nach Meer geschmeckt - wirklich lecker, aber bei vegetarischer Einstellung ziemlich gleichwertig durch einen Schluck Pazifik zu ersetzen.
Freitag:
Convenience Stores sind klasse! Ich bin heute Nacht aufgewacht und fühlte mich etwas schwach. Also bin ich schnell vor die Tür, habe mich im 10m entfernten Convenience Store für die Udong-Nudeln mit Sojasauce, Ei und Majonaise entschieden und bin damit beglückt zurück aufs Zimmer. 15min später konnte ich deutlich zufriedener weiterschlafen. Das gibts bei uns nicht.
Samstag:
Im Wohnblock gibt es eine Waschmaschine samt Trockner, die mich mit einer Vollautomatik beeindruckt hat. Ein Knopf fürs Waschen, einer fürs Trocknen, schon hat man seine T-shirts gewaschen und trocken zurück - wohlgemerkt in der Größe XS. Gut dass ich alle weißen T-shirts gesammelt hatte, so konnte ich heute direkt einen Großeinkauf machen.
Die kompakten Shirts reichen noch knapp über meinen Bauchnabel, das ist auch in Japan bei Herren eher unüblich.
Nachmittags war ich in Ueno - ein Stadtteil von Tokyo - und habe versucht satt zu werden. Döner sind hier nicht halb so groß wie bei uns aber schmecken lecker, Obst ist größer und schmeckt klasse, macht aber nicht satt, Fisch hats dann wieder gerichtet. Die besten Stände vom Markt habe ich extra für Dich Nora zusammengefasst :-)

Ein paar Besonderheiten Japans sind mir auf der Tour auch noch aufgefallen:
1) Vending Machines: In albern kurzen Abständen stehen hier Automaten mit gekühlten und heißen Getränken (zum Teil in einem Fach). Das ist unheimlich praktisch, Jürgen Trittin würde sie aber sicher persönlich vernichten.
2) Spielhallen: Auch recht häufig kommt man an hektisch blinkenden Fassaden vorbei, aus denen wummernder Lärm dringt. Wenn man eintritt sitzen durchaus normale Menschen an tosenden Maschinen, die verzweifelt versuchen eine Großraumdiskothek in den Schatten zu stellen. Recht nüchtern wirken da noch die Trommelapparate, die umso rasanter Piepsen je engagierter man auf die Trommeln eindrischt.
3) Klimaanlagen: Die Hochhausfassade lässt erahnen, wie warm es hier im Hochsommer wird, Klimaanlagen gehören hier zur Standardausstattung jeder Wohnung.
Sonntag (nach dem Joggen):
Sonntagabend war ich mit Ariel, einem israelischen Architekten in Tokyo unterwegs und habe mir ein beeindruckendes Haus in Asakusa angesehen, dass sein Chef gerade gebaut hat. Susi, Bine, ihr wärt sicher begeistert, ich habe trotz der abendlichen Lichtverhältnisse versucht Fotos zu machen. Vom Dach hatte man einen tollen Blick auf die Kreuzung, die viele aus "Lost in Translation" kennen werden. Von dort aus konnte ich auch mal ein anständiges Bild von Skytree machen...
Danach waren wir sehr japanisch essen. Teuer wars, lecker aber auch, und eher unpassend für meine Beine.
Montag:
Montagabend hat mein team eine Welcome Party für mich geschmissen. Einmal mehr hatten wir sehr viel Spaß, Bier und Sake und ich fühl mich bestens aufgenommen. Ein Prof. aus der organischen Chemie kam auch noch mit sehr viel Sake dazu und - um mal mit Jürgen von der Lippe zu sprechen - wir haben leidenschaftlich über Kunstrasen diskutiert: Wir waren beide dafür und er hat sich mit den Worten verabschiedet:"Whenever you feel lonely, come to me, we drink together!" Die Gastfreundschaft hier ist tatsächlich kaum zu übertreffen.
Dienstag:
Baseball ist das hiesige Äquivalent zu Fußball. Viele Institute haben hier eine Mannschaft und ich wurde trotz deutlicher Verhinderungsartikulation in unsere aufgenommen. Zunächst wurde mein Verdacht bestätigt, dass meine Beine für den Comedycharakter meiner Joggingrunde verantwortlich waren. Kaum stand ich in Sporthose da, haben sich alle köstlich amüsiert - aber ich kann mittlerweile damit umgehen!
Den Ball zu fangen war möglich, wenn auch nicht elegant. Den Ball mit dem Schläger zu treffen war kompliziert. Beim Üben gings nicht, im Spiel habe ich mit viel Glück getroffen - und auch noch so krumm, dass keiner den eiernden Ball gefangen hat. Ich habe mich sehr gefreut und unter dem Beifall meines Teams dem Ball nachgeschaut - das waren schöne Sekunden. Unter den Beifall mischte sich dann immer mehr ein Laut, den mein Gehirn nach viel zu langer Zeit als "run" entzifferte. Man läuft bei diesem Spiel zu einer Markierung solange der Ball nicht gefangen wurde, das ist der Sinn des ganzen Rumgekloppes.
Mir war das bis dahin nicht so klar, aber ich bin trotzdem noch losgespurtet. Natürlich kam ich nicht mehr an, aber es war lustig und die Mädels haben nochmal Fotos von meinen Beinen gemacht wenn sie sich bewegen.
Bilder kommen nach, die sind nicht auf meiner Kamera.
Sonntag, 24. Juni 2012
Laufen! Genauer gesagt sportliches Joggen zur Ertüchtigung ist das Erlebnis meines heutigen Tages. Nach zwei Wochen sportlicher Abstinenz habe ich mir frohen Mutes einen nahgelegenen Park auf googlemaps gesucht, den Weg notiert und bin los.
Es dauerte nur Sekunden, bis mir der erste breit grinsende Japaner entgegen kam, nach 20 Sekunden waren es 25 Einheimische, die stark erheitert an mir vorbeihuschten.
Dabei hatte ich weder Hose noch T-shirt vergessen, noch irgendeinen anderen Fauxpas begangen - nach einigen Minuten war ich mir sicher: Meine Beine waren einfach nur zu weiß, zu lang und zu dünn. Und ich hatte mich natürlich verlaufen und war in Gebieten unterwegs, die eher der Kö oder Hohen Straße glichen als einer Joggingstrecke.
Jimmy Sommerville auf den Ohren machte die Gesamtsituation nicht eben besser, ich fühlte mich langsam wie Simon Gosejohann. Metallica half dann auch nicht mehr, also bin ich wie ein Korken auf dem Wasser durch die City gejoggt. Einige Leute haben Fotos gemacht (Chrissi, wenn wir hier gemeinsam joggen kommen wir in die Zeitung!) - und ich habe mir geschworen nur noch nachts laufen zu gehen, und den Weg zum Park vorher in normalen Klamotten abzuschreiten.
Zurück an meiner Wohnung habe ich noch schnell was zu Trinken gekauft. Ich war der einzige langbeinige Jogger in dem Shop, also habe ich schnell gemacht und die einzige Flasche gegriffen die ich kannte. Beim Öffnen fiel mir dann ein, dass ich das Zeug schon beim ersten Mal nicht mochte - wie gesagt, die Nacht ist meine neue Zeit für Sport!
Ansonsten gibts noch viele Fotos, die bisher nicht den Weg in den Blog gefunden haben:
Es dauerte nur Sekunden, bis mir der erste breit grinsende Japaner entgegen kam, nach 20 Sekunden waren es 25 Einheimische, die stark erheitert an mir vorbeihuschten.
Dabei hatte ich weder Hose noch T-shirt vergessen, noch irgendeinen anderen Fauxpas begangen - nach einigen Minuten war ich mir sicher: Meine Beine waren einfach nur zu weiß, zu lang und zu dünn. Und ich hatte mich natürlich verlaufen und war in Gebieten unterwegs, die eher der Kö oder Hohen Straße glichen als einer Joggingstrecke.
Jimmy Sommerville auf den Ohren machte die Gesamtsituation nicht eben besser, ich fühlte mich langsam wie Simon Gosejohann. Metallica half dann auch nicht mehr, also bin ich wie ein Korken auf dem Wasser durch die City gejoggt. Einige Leute haben Fotos gemacht (Chrissi, wenn wir hier gemeinsam joggen kommen wir in die Zeitung!) - und ich habe mir geschworen nur noch nachts laufen zu gehen, und den Weg zum Park vorher in normalen Klamotten abzuschreiten.
Zurück an meiner Wohnung habe ich noch schnell was zu Trinken gekauft. Ich war der einzige langbeinige Jogger in dem Shop, also habe ich schnell gemacht und die einzige Flasche gegriffen die ich kannte. Beim Öffnen fiel mir dann ein, dass ich das Zeug schon beim ersten Mal nicht mochte - wie gesagt, die Nacht ist meine neue Zeit für Sport!
Ansonsten gibts noch viele Fotos, die bisher nicht den Weg in den Blog gefunden haben:
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| Wegen der vielen Erdbeben sind die Stromleitungen grossteils überirdisch verlegt, das sieht dann so aus |
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| Der Blick vom oft genannte Shonan Village auf den Pazifik |
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| Beim Sushi mit Sapporo Bier und Sake |
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| Im Kabuki Theater |
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| Regenzeit... der Schirm war das Erste was ich mir hier gekauft habe |
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| Mein Gastvater Uehara-san |
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| Auch lecker, macht Sapporo Konkurrenz |
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| Auch Micky Maus spricht japanisch |
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| An nebligen Tagen hat die Stadt etwas düsteres, sieht aber auch klasse aus |
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| Meine Gastmutter und ich vor dem Gelände des alten Kaiserpalast |
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| Beim Teekochen - ungleich komplizierter als bei uns mit Westwood |
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| Asakusa - wie immer im Regen |
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| Ich war im Jukata auch draussen |
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| Zum Tee gibts Süßigkeiten aus Bohnen! Um mit Susi zu sprechen - ich bin da eher emotionslos. |
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Basteln mit Teetüchern - wie gesagt alles tierisch kompliziert
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| Es gibt auch sehr schöne alte Gebäude hier - natülich für die Geisteswissenschaftler, nicht für uns |
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| Ein Geisteswissenschaftler vor seinem Büro |
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| Noch einer |
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| Abendessen: Jede Sushipackung kostet 1,-€ - das ist gerade im Vergleich zu anderen Speisen unglaublich günstig - die Crème brûlée kostet das Doppelte... |
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| Liebe Katha, liebe Nora, das könnt ihr euch schonmal einprägen bevor ihr kommt :-) |
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| Wie versprochen, der Skytree nochmal bei besserem Wetter von meiner Wohnung aus gesehen |
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