Montag, 16. Juli 2012

Nudeln mit Würstchen und Tomatensauce gab es gerade! Ich habe einen shop gefunden, wo man Letzteres zu unanständigen Preisen kaufen kann und habe es mir nach 7 Wochen Sushi mal gegönnt.

Sehr störend sind mir beim Verzehr wiedermal die Stäbchen aufgefallen und auch meine nähere Umgebung hat darunter gelitten! Diese Utensilien sind für ihre Aufgabe einfach mäßig geeignet, da ist die westliche Welt weiter. Man soll jetzt nicht denken ich ließe mich nicht auf die Esskultur ein - ich habe hier noch keine Gabel benutzt und habe sehr wohl gelernt mit Stäbchen zu essen.
Aber sie bleiben der Gabel einfach massiv unterlegen: Größere Nahrungsstücke werden gegriffen, abgebissen und wieder vom Mund weggeführt, Nudeln werden in den Mund gelenkt und dann eingezogen, kleinere Partikel werden vom Schalenrand in den Mund geschoben... Ich versteh das ja, es geht nicht besser, aber warum um Gotteswillen nimmt man dann nicht die technisch weiterentwickelte Gabel, sie wurde ja schon erfunden!

Das aus aktuellem Anlass... Letzte Woche habe ich sehr viel gearbeitet, daher gibts aus diesen Tagen andere Bilder als bisher, z.b. von Kaffee: Den gibts hier heiß und kalt in Dosen und kalt in Tüten:




Auf einem abendlichen Entspannungsspaziergang mit Asahi (extra dry) habe ich einen tollen Park gefunden, der direkt neben meinem Wohnheim liegt. Er gleicht einer ruhigen Oase in der großen Stadt - manchmal nett! Schön zu sehen sind auf den Bildern auch die weißen Wolken. Die Stadt emittiert so viel Licht, dass die Wolken jederzeit hell erscheinen und sich hübsch vom schwarzen Nachthimmel abheben.



Am Samstag war ich einkaufen und habe den Park tagsüber durchschritten.



Zur allgemeinen Unterhaltung wurden dort dressierte Affen vorgeführt, die ein derart menschliches Gehabe an den Tag legten, dass mir die Leine unpassend vorkam. Aber er schien Spaß zu haben!


Bald darauf war ich dann am Ziel angelangt. Manche Leute sprechen ja von "ihrem" Bäcker oder "ihrem" Metzger - ich kann da jetzt mitreden, ich habe meinen Süßigkeitenhändler!



Man gibt ihm 1000yen (10€) und er knallt einem unter lautem Geschrei eine große Plastiktüte wahllos mit Chips, Karamell, Keksen, Schokolade usw. voll. Die Schokolade ist Mist, der Rest OK, aber immerhin ist alles süß! Andernorts fällt man nämlich böse auf die Schnauze wenn man Gebäck mit brauner Cremefüllung, Cremekekse oder Pralinchen kauft. Die vermeintliche Schokolade ist in 95% der Fälle eine nicht besonders süße Bohnenpaste. Kaffee, Karamell oder sogar Fruchtfüllung wäre ja noch zu rechtfertigen, aber Bohnen sind eine bodenlose Frechheit!

Auf dem Heimweg bin ich noch kurz bei KFC eingekehrt um ausnahmsweise mal keinen Fisch zu essen. Die Bilder illustrieren sehr schön die üblichen Portionen in Japan und erklären warum hier viele Leute recht schmal erscheinen. Ich habe zu meiner Überraschung festgestellt dass ich nur noch 70Kg wiege - auch eine Folge dieser Pommesportionen:



Samstagabend war ich mit Loîc, einem französischen Juraprofessor laufen. Seine Statur deutete im Vergleich zu den Japanern schon einen ernstzunehmenden Gegner an, seine Erzählung in der Aufwärmrunde bestätigte das dann in erschreckendem Ausmaß: Er hat ursprünglich an einer Sporthochschule studiert und war im Nationalteam auf 400m! Mein Schlucken hat man einige Meter weit gehört und meinen Puls in der nächsten Stunde auch. Wir haben Intervalltraining gemacht und hatten in kurzen Abständen einen Affenzahn drauf. Die Japaner haben wieder komisch geguckt über die Westler. Immerhin habe ich 3 von 4 Zyklen voll mitgezogen, bei Nummer 4 hab ich es nach der Hälfte gelassen. Aber ich kann wohl zufrieden sein, Loîc hat gefragt ob wir jetzt öfter zusammen laufen, ich wäre seit langem der Erste der ihm dabei tatsächlich Gesellschaft leisten würde :-)

Danach war ich mit ihm und einem weiteren Franzosen noch was trinken. Für mich gabs Bier für die beiden grünen Tee - naja,  man kann halt nicht in allen Lebenslagen beeindrucken.



Shimbashi stand Sonntagabend auf dem Programm, mit Dennis, einem Freund von Maik, und Doro, seiner Freundin. Nette Leute kennst du hier Maik! Wir hatten einen sehr amüsanten Abend und als Tokyoinsider (er ist seit 5 Jahren hier) kannte er auch tolle Adressen, z.b. den 46. Stock im kame building:



Ich habe mit beschränkten Möglichkeiten ein 90 Grad Panorama versucht:


Als Ergänzung gibts noch ein weiteres Panorama aus Asakusa:



In beiden Fällen ist es einfach unglaublich, wie riesig diese Stadt ist. In jede Himmelrichtung sieht man nur Stadt, blinkende Hochhäuser soweit das Auge reicht, und im leuchtenden Dunst am Horizont zeichnen sich weitere Skylines ab - phantastisch!

In der Metropolregion Tokyo, die u.a. Yokohama und Kawasaki umfasst und optisch nicht in einzelne Städte unterteilbar ist leben über 35 Millionen Menschen! Nach Shimbashi pendeln jeden Tag 6 Mio Menschen. Entsprechend wird der überwältigende Eindruck der Stadt ergänzt durch niemals versiegende Verkehrsströme auf Straßen und Schienen. Am Himmel konnte ich permanent 8-9 Flugzeuge sehen, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht den Landeanflug auf den Haneda airport beginnen. Am größeren Narita airport gehts ebenso zu.
Ich mag dieses Gefühl so mittendrin zu sein, schade nur dass entsprechende Wohnungen im gehobenen Preissegment angesiedelt sind.

Nachdem uns der Aufzug ruckzuck und nach etwas Bier durchaus gleichgewichtskritisch nach unten befördert hatte sind wir noch in eine 300yen Bar eingekehrt, die ich sicher nochmal besuchen werde.



Auszugehen macht hier immer viel Spaß, weil man binnen 10min von Irgendwem angesprochen wird und ein bischen plaudern kann. Ich hätte in einer international so bedeutenden Stadt nicht erwartet, dass man als Europäer derart auffällt, aber werde ständig eines Besseren belehrt.
Auf dem Heimweg winkten mir dann zahlreiche Barbesucher vom anderen Bahnsteig zu - da fühlt man sich fast heimisch.


Achja, einen Nachtrag zum letzten Post gibts auch noch. Ich habe ein Bild bekommen wo ich mit meinem Gastprofessor an der Hokkaido univerity in Sapporo zu sehen bin. Ein unglaublich netter Mensch!


Viele Grüße nach Deutschland und eine gute Woche!

Sonntag, 8. Juli 2012

GESCHAFFT! Ich bin endlich zurück in meiner Wohnung und schiebe mit letzter Kraft Sushi, Obst und Schokolade in mich rein - eben alles was ich für die nächsten Tage eingekauft hatte. Der erfahrene Leser ahnt schon was dem voraus ging: Ich war laufen, ver-laufen um genau zu sein. Den Weg zum imperial palace habe ich souverän mit nur zwei kurzen Umwegen gefunden und habe dort zwei Runden gedreht - 15KM waren es da.

Ausreichend für einen Sonntag nach durchzechter Nacht und Grund genug, die so vertraut wirkende Abzweigung nach Hause zu nehmen. Nach 5KM erschien meine Wegmarke nicht wie erwartet, nach 7 immer noch nicht und so langsam wurde dem kleinen Georg klar: Er hatte sich in der großen Stadt verlaufen! 23KM und kein Problem, nächste rechts, dritte links - das sollte passen, tat‘s aber nicht. Ein netter Passant half gerne weiter, ich anerkenne seine Hilfsbereitschaft auch immer noch, kann ihm für den falschen Weg aber nur schmerzhaft danken: 25KM und eine weitere Passantin, die mich freundlich zur nächsten U-Bahn Station begleitete. Ohne Suica card, Geld, Ausweis oder sonst irgendwas brachte ich auch das nicht weiter.

Eine Polizei Station in nächster Nähe aber schon. Mein Ziel war auf der Karte schnell gefunden, der U-Bahn Plan gezückt - alles klar. Meine Bemerkung laufen zu wollen hat die Beamten sehr überrascht, aber ein Hinweis auf meine Beine bewirkte erstaunte Akzeptanz, gefolgt von einer Wegbeschreibung. Natürlich führte der Weg quer durch eines der unzähligen Vergnügungsviertel und es gab ein Exhibitionisten Erlebnis 2.0.

Den Weg habe ich zu meiner Überraschung tatsächlich gefunden: 35KM sind‘s nun, da hab ich mich sogar mal gedehnt. Wenn das so weiter geht gebe ich Kurse in Deutschland "Topfit in 3 Monaten" mit der "Zu doof zum navigieren Strategie". Hilft sogar gegen den inneren Schweinehund - garantiert!

Aber eigentlich wollte ich von Sapporo erzählen! Am Mittwoch ging‘s mit Skymark, dem hiesigen Germanwings dorthin. Die Stadt liegt auf der nördlichen Insel Hokkaido und damit im selben Breitenkreis wie Deutschland. Der Unterschied zu Tokyo ist bezüglich Klima und Natur recht groß und man kann die Unterscheidung in subtropische Region (Tokyo) und gemäßigte Breiten (Sapporo) gut nachvollziehen. Physiologisch habe ich mich da fast wohler gefühlt, aber zum Verlaufen eignet sich Tokyo viel besser!


Empfangen wurde ich mit Barbecue. Egal wo ich dabei war heißt es immer, ich sei genau zur richtigen Zeit hier, einmal im Jahr würden sie das machen. Aber so viel Barbecue wie ich hier schon hatte nehme ich denen das nicht ab - ich glaube die wollen das Bild des fleißigen Japaners erhalten und feiern sich heimlich die Kehle wund. Die Gastfreundschaft stellt das aber mitnichten in Frage! Ich wurde abermals sehr herzlich und großzügig empfangen. Die Hokkaider sind sehr stolz auf ihren Fisch, ihr Bier, ihren Sake und ihr Lamm (in dieser Reihenfolge) und ich kann nur sagen zu Recht! Die Kombination aus Gasfreundschaft und Stolz auf ihre Produkte hat sich für mich natürlich sehr positiv ausgewirkt. Mit meiner Arbeit, habe ich den Blog ja bisher nicht belastet, aber ein Bildchen von meiner Präsentation soll zeigen, dass ich nicht ausschließlich für Barbecue und Welcome Party hier bin...


Danach ging‘s dann los: Laborführung, Sushi, Sapporo Biermuseum, Sake Museum, Onsen, japanisches Curry. Mir wurde das beste Sushi der Welt versprochen und das wurde gehalten. Der Tonno zerging auf der Zunge, wohlhabende Gebisslose könnten das problemlos zum Standardgericht machen. Der Squid war ein Gedicht, die Seeigel auch. Ich habe ein solches Sushi mal in Groß abgelichtet, um die optische Assoziation von Tier und Genussmittel zu unterstützen.


Im Bier Museum habe ich dann deutsche Urkunden entdeckt. Der Sapporo Gründer hat tatsächlich in Bayern das brauen gelernt und in Japan geschickt verkauft. Die japanischen Dokumente sprechen von einer Art Diplom, die deutsche Urkunde von einem Praktikum - CV styling gab‘s also schon früher.


Vom Onsen gibt‘s nur zwei bekleidete Bilder, der entscheidende Aspekt an diesem Etablissement spielt sich allerdings nackt ab: Es wird gebadet in einer heißen Quelle, die in Island "hot pot" und in Deutschland "alternative Energiequelle" genannt würde. Angenehm war das uns unglaublich sauber, es gehört nämlich zur Zeremonie, dass man sich vorher 30 Minuten abschrubbt. Auf dem zweiten Bild stecken meine Füße in einer Massageapparatur, die ihre Aufgabe für 100yen recht überzeugend erledigt hat. Mal sehen ob‘s das bei Ebay gibt.


Auf den Wegen zwischen den Attraktionen habe ich ein paar Eindrücke von der grünen Stadt festgehalten, die sich in dieser Hinsicht so von Tokyo unterscheidet.


Und die Leute hier sollen auch nicht zu kurz kommen - natürlich mit peace Übungen! Vor dem Essen betet man hier übrigens nicht, die gefalteten Hände gehören zum "Itadakimasu", dass soviel wie "guten Appetit" bedeutet.


Freitag war mein offizieller Teil in Sapporo dann vorbei und ich bin noch auf eigene Faust durch die Stadt.


Hübsche Kaufhäuser gibt‘s hier, die verstehen ihre Waren schön zu drappieren.


Und für die Schaumanns, von Stoschs und Schleinzers habe ich die Luxemburgerli festgehalten - die kopieren hier alles!


Übrigens ist die NPD eigentlich ein Parkhausbetreiber! Das erklärt natürlich Einiges, man sollte das in Deutschland nur mal kundtun und dem Missverständnis ein Ende bereiten.


Abends war ich dann mit Martin verabredet, einem andere JSPSler aus Deutschland, und wir haben Susukino unsicher gemacht :


Wir haben einige Bars ausprobiert und ich konnte zwischenzeitlich zwei Bier und Sake in aller Höflichkeit auf japanisch bestellen. Tolle Aussichten, german Jägermeister und ständig mit peace Zeichen rumfuchtelnde Studentinnen gab‘s auch. Auf 23 und very intelligent wurde ich geschätzt. Beides traf zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit nicht zu, ich war aber geistig noch fit genug, um es vor Ort nicht vehement zu bestreiten.


Um 4 bin ich dann ins Bett, vor 8 war ich in unpassendem physiologischen Zustand wieder wach und habe beschlossen nach hastigem Kaffeegenuss zum Flughafen zu fahren. Dort habe ich größere Mengen Sushi und Windbeutel eingenommen und es ging mir schnell besser. An eben diese Zutaten musste ich schockiert denken als der Pilot "etwas Wetter" ankündigte. Wie immer hatte er recht, und wie immer hatte er untertrieben, das "etwas" war völlig unangebracht!


Die Fische in Vanillepudding, die sich in meinem Magen vergnügten, taten das auch nicht "etwas" sondern richtig. Weiterer Kaffee am Haneda Airport hat das ganze aber erstaunlicherweise beruhigt und ich habe einen müden aber angenehmen Tag in Tokyo verbracht.

Dienstag, 3. Juli 2012

Um 4:30 bin ich freiwillig am Samstagmorgen aufgestanden um mit Ariel zum größten Fischmarkt der Welt zu fahren. Als wir aus der U-Bahn kamen roch es schon nach Meerestier und erste Menschen mit Gummistiefeln hasteten die Rolltreppen hoch.

Bei der Gelegenheit darf man sich U-Bahnstationen in Tokyo morgens um halb fünf so vorstellen wie abends um halb zwölf - rammelvoll! Das ist hier rushhour, in der sehr viele sehr fleissige Menschen - die Privatleben nicht mal aus dem Kino kennen - zur Arbeit fahren oder von der Arbeit kommen wenn sie noch können.

Aber zurück zum Fischmarkt: Die Thunfischauktion auf die wir es abgesehen hatten war schon wegen Überfüllung geschlossen, also sind wir so über den Markt ausgewichen. Das Wort passt doppelt, denn wären wir nicht permanent ausgewichen, lägen wir zigfach überfahren zwischen Fischen.



Die Fischmobile erinnern an falsch zusammengebaute Vespas - bischen wie die Autos, die sollten mal Italiener an die Zeichentische lassen:



Für Dich Jan habe ich einen der zahlreichen Messerstände fotografiert. Die armen Kerle waren unablässig dabei Klingen über Steine zu ziehen, jetzt weiß ich warum die Messer so scharf und teuer sind.



Und Fisch gabs natürlich auch auf dem Fischmarkt. Ich habe meinen ersten Thunfisch in nicht konservierter oder auf Reis drappierter Form gesehen. Im Meer hätte ich Angst vor dem!



Das ist jetzt nichts für zarte Gemüter oder Thunfischemotionale, aber so siehts kurze Zeit später an dem Stand aus



Für alle Gourmets, Meeresbiologen oder Derma-Pocket Leser (Hallo Katrin :-) habe ich mal eine Auswahl diverser Ungeheuer zusammengeschnitten:



Abends habe ich mich erstmals nach der Einführungswoche mal wieder mit meinen deutschen Kollegen Tobias, Michael und Andi getroffen. Wir sind durch Ueno gezogen - das ist bei mir um die Ecke - und haben in einer tollen Bar frischen Fisch gegrillt. Man will erst schon Eintritt für ein Aquarium zahlen, merkt dann aber dass man alles essen kann was dort schwimmt. Wir haben uns dann für einen Squid (Thintenfisch - sehr lecker), Thunfisch Hoho (wir wissen nicht was Hoho heisst - war ok) giant shrimp (auch super, sehr nussig) und Andi für Kartoffeln mit Tomaten entschieden (er mag keinen Fisch und hat dazu noch Angst vor Cäsium). Es ging mir übrigens besser als es auf dem zweiten Bild wirkt, ich bin bei Selbstportraits noch etwas verkrampft.



Hier in Japan mag ich sogar Salat!



Unter einer hauchdünnen Schicht Gemüse, die sich unkompliziert einatmen lässt verstecken sich erstklassige Tintenfischchen...

Nach dem Grillrestaurant sind wir dann durch die Strassen gezogen und haben uns aus einer Bar nach der Anderen rauswerfen lassen. Wir haben uns völlig untadelig benommen, viele Bars machen hier aber um 23:00 zu. Und mit 23:00 meinen die Dreiundzwanzig Uhr! Um 22:55 kommt ein freundlicher Hinweis (1 Verbeugung), um 23:00 eine noch freundlichere (2 Verbeugungen) um 23:02 eine verzweifelte (Kopf kommt kaum noch hoch) und um 23:05 eine mittelschwere Krise (Uhrzeit wird auf Papier geschrieben dass dann hektisch am Tisch herumgezeigt wird).
Als Deutsche können wir Bier ja schnell trinken, also haben wir das mehrfach getan.

Auf den folgenden Bildern seht ihr Takahashi-san:



Er freute sich mit einer Gruppe draussen sitzender Japaner panisch über unser Erscheinen. Wir haben und dazugesetzt und gemeinsam Sake getrunken. Man ist hier ja das ungewohnte gewohnt, daher habe ich erst nach einer Weile nach der Symbolik seiner Tigermaske gefragt. Nach einer halben Stunde war klar: Er wird 30 und der Tiger ist eine berühmte Manga-Figur!
Das befriedigt kausal nicht ganz, aber reichte um weiteren Sake darauf zu trinken. Manchmal ist Takahashi-san vom Stuhl gefallen und ich habe ihn wieder hochgezogen - das kam sehr gut an. Wie gesagt, Höflichkeit zahlt sich hier aus!

Auf dem Heimweg habe ich noch Bilder von den nächtlichen Strassen gemacht:



Nach meinem Vortrag hier an der Todai gestern Nachmittag waren wir noch mit meinen Chefs essen und trinken: Rechts im Hintergrund sitzt Nishiyama-sensei, der Institutsleiter, vorne links Kuzuyama-sensei, zweiter Professor im Institut, und vorne rechts Yoshida-san, meine ausgezeichnete Betreuerin im Labor.



Von dem Tigerkult zum 30. wusste von meinen Kollegen übrigens keiner, ich glaube die fragen sich jetzt wo ich mich Nachts so rumtreibe... Vor uns stehen Sake-Gläser, die ich auch nochmal großformatiger zeige. Man sieht hoffentlich, dass die Gläser randvoll sind, und in einer Wanne stehen, in die das Glas überläuft. Der Kellner giesst so lange, bis die Wanne fast voll ist.
Schöner kann man Großzügigkeit gegenüber Gästen kaum ausdrücken :-)



So, das wars vorerst aus Tokyo, morgen fliege ich nach Sapporo im Norden Japans (Hokkaido), da gibts dann neue Fotos!